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Wenn ich aufwache, habe ich das Gefühl, jemand anderes zu sein oder nicht zu wissen, wer ich bin. Ich erwache nicht mit dem selben Gefühl, mit dem ich einschlief. Ich erwache sowieso scheinbar in einem ganz anderen, mir unverständlicheren Leben, begreife nicht, was ich hier tue, aber auch alles, das gestern geschah, erscheint mir nun rätselhaft. Allein die Gedanken an manche Aufgaben überfordern mich. Im Grunde genommen pendeln meine Gedanken zwischen gewissen Punkten hin und her und dies so beständig, dass mir schwindlig wird und ich die Orientierung verliere. Ich stehe nicht gerne früh auf, weil dann mehr vom Tag vor mir liegt. Ich freue mich immer aufs Ende des Tages, auf den Abend, auf die Nacht, in der ich in eine Phantasie hinübergleiten kann, in der ich träumen darf, in der meine Wünsche wieder wichtig werden. Immer wieder lese ich die Mail, in der er schreibt, dass er nun lernen muss, mich zu vergessen und den Kontakt nun endgültig abbrechen wird. Dass er mir etwas geben wollte, was ich nicht annehmen konnte oder wollte. Aber annehmen wollte ich ja. Nur sicher sein wollte ich, dass es auch wirklich das ist, sicher sein einfach. Ich lese die Mail und bleibe irritiert zurück. Irritiert darüber, dass man einfach so beschließen kann, einen Menschen nun endgültig zu vergessen. Irritiert über die Demütigung, die ich empfinde, wenn er schreibt: Vielleicht sehen wir uns im Juli noch ein letztes Mal - nur, um uns dann für immer aus den Augen zu verlieren. Dieser übertriebene Pathos, der mir schwer anlastet, den er schreibt, als könnte er in die Zukunft sehen, als wüsste er schon jetzt, dass ich es ihm niemals mehr wert sein werde, auch nur irgendwie Kontakt aufzunehmen, das Zunichtemachen jeder Chance. Aus allen Kämpfen mit ihm gehe ich verwundet hervor, bleibe verwundet auf der Strecke liegen, und er blickt nicht zurück. Am meisten hat mich sowieso irritiert, dass er behauptete, Katholik zu sein. Im Grunde genommen bin ich froh, dass es nun vorbei ist, verletzt bin ich nur, enttäuscht, entblößt gewesen zu sein, ihm mein Vertrauen geschenkt zu haben und dass all das nicht ausreichte, um einfach nur geliebt zu werden. Die Liebe sei gütig und langmütig, sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles. So heißt es doch in der Bibel ...
24.5.12 08:05
 


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