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Vermutlich gab er mir bei allem doch das Gefühl, geliebt zu sein und die Verarbeitung all dessen, das geschah, beginnt erst jetzt. Immer mehr erscheint es mir absurd, dass ich hier bin, dass ich der irrsinnigen Illusion anheim fiel, dieses Studium würde mich weiterbringen im Schreiben oder im Künstlerischen allgemein. Überall trifft man auf bereits festgefahrene Strukturen. Man müsste mit Energie und Ideen von außen kommen. Aber ich habe weder das eine noch das andere. Meine einzige Idee ist die Idee eines schönen Lebens, ich wünsche mir nicht mehr als Liebe und geliebt zu werden, ich wünsche mir ein einfaches Leben, sage ich so pauschal, einfach. Doch wie genau das aussehen soll, was jemals am Leben einfach sein kann, weiß ich nicht. Ich erfülle meine Pflicht, irgendwie seelenlos und es lässt sich nicht anders sagen: Ich tat einen schwerwiegenden Fehler, als ich aus Brüssel fortging. Nun bleibt mir nichts. Weder die Musik noch die Inspiration zum Schreiben noch ein Mensch, den ich liebe und der mich liebt. Mein Traum war ja auf all das zu scheißen und vollkommen frei zu sein, was auch immer das bedeuten mag. Irgendwann nach Brüssel zurück zu kehren und dort zu leben. Besser noch Paris. Und nun? Es bewegt sich alles so langsam oder gar nicht. Ein weiteres Jahr geht zu Ende, man steckt noch immer im selben Körper und der Kopf wird zunehmend müde. Und ich weiß, bei Gott, wirklich nicht, wie ich all das noch schaffen soll, wenn da niemand ist, der mich hält. Alle Fragen an mich, weiß ich nicht zu beantworten: Was ich mal will, ob ich Künstlerin sei, ob ich Pianistin sei ... Was bin ich denn? Und irgendwie muss ich noch das Objekt für die Ausstellung fertigstellen, lächerliche Bastelarbeit, so kommt es mir vor, in die man Geld investieren muss und ich muss Mozart und Beethoven üben, immer Mozart und Beethoven und schwerere, gewichtigere Stücke und diese Stücke, diese schweren, sind wie Steine in meinem Herzen. Und wenn ich den Menschen hier begegne, merke ich nur, dass gelebte Vergangenheit etwas ist, das von der Gegenwart trennt, wenn da niemand ist, mit dem man Vergangenes erlebte. Und so stagniert das Erleben und man beginnt, nur noch zu existieren, aber ohne Energie oder Ziel oder Willen.
24.5.12 13:54
 


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