Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Letztes Feedback



http://myblog.de/miadalya

Gratis bloggen bei
myblog.de





Es war so naiv zu glauben, man wanderte einfach aus und alles würde gut werden. Ich weiß nicht, weshalb ich dachte, hier könnte mir nichts Schlimmes mehr passieren und welche Hoffnungen ich hatte. Vielleicht hier die Liebe des Lebens zu finden, Leichtigkeit und Glück war es, was ich wollte. Glück kann ich aber nie empfinden, jeden Moment durchzieht Misstrauen und nur rückblickend erscheint mir Gelebtes als glücklich, denke ich, wäre es wert gewesen, zu bleiben. Von Brüssel ging ich weg, weil ich glaubte, das Leben dort würde mich vernichten, von T. ging ich weg, weil ich glaubte, ich würde sonst sterben. Ich bin immer abgehauen, anstatt Konflikte anzugehen und nun sitze ich in der Sackgasse, einsamer als jemals zuvor. Dass meine Texte, die ich ja offensichtlich für gut hielt, da ich sie ja sonst nicht eingereicht hätte, nicht abgedruckt werden, dass ich hier allgemein einfach keinen Fuß fassen kann, dass ich nicht glücklich bin, scheint das alles nur zu bestätigen. Jedoch ist auch die Energie, der Glaube, dass es irgendwann irgendwo doch noch besser würde, dass ich mich nur finden müsste, erloschen. Ich war eine wild brennende Kerze, nun bin ich ein Häufchen Elend und niemand hat jemals gesehen und wird sich daran erinnern, dass ich mal leuchtete. Das ist auch alles kein Selbstmitleid, sondern Realität und das ist das bittere daran. Früher schrieb ich so etwas stets mit dem Glauben daran, dass mich irgendwann doch jemand leuchten sehen würde. Nun tröstet auch der Blick auf den ruhigen Sichelmond nicht, der Blick auf jenen Mond, der mir früher so oft Trost gespendet hat; einen Trost, den viele vielleicht gar nicht nachvollziehen können, weil er so etwas Erhabenes ausstrahlte, so eine Sicherheit, so eine Gewissheit: Es ist schon alles gut und richtig. Eben dieses Gefühl vermag er mir nicht mehr zu geben, meine Romantik steht auf verlorenem Posten, ich muss ihr selbst kritisch gegenüber stehen, ich weiß nicht, wohin. Eine Stille um mich herum, die mich einsperrt in mir selbst. Und das ist wirklich was ich fühle, ich bin so altmodisch, ich bin nicht originell. Und ich habe eigentlich nur noch Sehnsucht nach Schlaf oder Liebe. Sich behaupten zu müssen, ist so anstrengend und es ist nicht einmal so, dass man jemanden hätte, der einem sagt, was man tun soll. Man muss selbst tun. Und ich weiß gar nicht mehr was ich überhaupt irgendwann einmal schreiben wollte. Schreiben war für mich immer unmittelbar verknüpft ans Leben. Ich kann nicht mal sagen, das ich hier weg will, mir ist jeglicher Wille gebrochen. Ich habe das Gefühl, ich werde hier vor mich hinvegetieren und sterben. Und ich weiß nicht, ob ich es mir nicht eingestehen will oder nicht eingestehen kann, dass ich seine Stimme vermisse, einfach nur seine Stimme und dass er dann meinen Namen sagt, so endgültig und so klar. Doch was mir Angst macht, ist die Zukunft, der Gedanke, wohl möglich ein ganzes Leben mit einem Menschen leben zu müssen, wo ich mir doch nicht mal des nächsten Tages sicher bin, wo man sich doch nicht mal sicher ist, ob man die nächsten Monate überstehen wird. Was bliebe dann, wenn nicht ein einziges großes Scheitern auf allen Ebenen? Und ich möchte all das vergessen, nicht an Beziehung oder Zukunft denken müssen, sondern einfach nur umarmt werden und dass dann nichts, nie wieder, wichtiger wäre.
25.5.12 22:44
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung